Lohngleichheit

In der Schweiz haben alle Frauen und Männer ein Recht auf gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit. So steht es in der schweizerischen Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz. Damit aus dem Rechtsanpruch Wirklichkeit wird, braucht es alle.

Viele Firmen setzen sich für Lohngleichheit ein, zahlen ihren Angestellten – Frauen und Männern – faire Löhne, nahmen am Lohngleichheitsdialog teil oder lassen sich zertifizieren.

Diskriminierungsverbot gemäss Gleichstellungsgesetz

Seit dem 1. Juli 1996 ist das Gleichstellungsgesetz in Kraft. Damit verbesserten sich die rechtlichen Möglichkeiten, um die Lohndiskriminierung wirksam zu bekämpfen.

Wenn Frauen und Männer innerhalb desselben Unternehmens bei gleicher Qualifikation und Erfahrung für gleiche oder gleichwertige Arbeit unterschiedlich entlöhnt werden, liegt eine Lohndiskriminierung im Sinne des Gleichstellungsgesetzes vor.

Umsetzung der Lohngleichheit

Dass Bundesrätin Simonetta Sommaruga am 22. Oktober 2014 den Entscheid des Bundesrates ankündigte, neue Massnahmen zur besseren Durchsetzung der Lohngleichheit von Frau und Mann einzuführen, gab dem langjährigen Anliegen neue Brisanz und Aktualität. Ende 2018 einigten sich National- und Ständerat auf verbindliche Lohnanalysen für Unternehmen mit 100 Mitarbeitenden und mehr. Damit sind 0.9% aller Schweizer Unternehmen und 45% der Arbeitnehmenden betroffen.  

Mit den verbindlichen Lohnanalysen wird die seit 1981 in der Bundesverfassung verankerte Lohngleichheit umgesetzt und dem noch immer bestehenden unerklärbaren Lohnunterschied von 7.4% entgegengewirkt.

Verbindliche Lohnanalysen ab 2020

Was bedeutet das?

Alle Arbeitgebenden mit 100 Mitarbeitenden müssen prüfen, ob es zwischen Frauen und Männern in ihrem Betrieb Ungleichheit in der Entlöhnung gibt.
Es sind alle öffentlichen Verwaltungen, Non profit-Organisationen sowie privatrechtliche Firmen zu Lohnüberprüfungen verpflichtet, es zählt die Anzahl Angestellte, unabhängig vom Anstellungspensum.

Wie funktioniert die Lohnüberprüfung?

Mit dem vom Bund zur Verfügung gestellten Selbsttest-Tool "logib" (logib.ch) können Sie überprüfen, ob Arbeitgebende die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann einhalten. Das Tool eignet sich für Arbeitgebende mit mindestens 50 Mitarbeitenden. Nach der Erfassung der Daten in logib, erhalten Sie eine detaillierte Anleitung sowie Antworten auf häufige Fragen zur Anwendung.
Stellen Sie nicht erklärbare Lohnunterschiede fest, müssen Sie vertiefte Lohnanalysen durchführen. Das Eidgenössische Büro für Gleichstellung vermittelt Ihnen kompetente Expert*innen.
Zudem stellen auch Revisions-und Beratungsfirmen sowie professionelle Lohnberatende eigene Tools für öffentlich-und privatrechtliche Arbeitgebende zur Verfügung.

Wie lange haben Arbeitgebende Zeit, Lohngleichheitsanalysen durchzuführen?

Ab dem 1. Juli 2020 haben Arbeitgebende
a) 1 Jahr Zeit für die Lohngleichheitsanalyse bis 30. Juni 2021
b) danach 1 weiteres Jahr bis 30. Juni 2022, um die Analyse prüfen zu lassen und
c) danach nochmals 1 Jahr bis 30. Juni 2023, um die Ergebnisse zu kommunizieren.

Wichtig zu wissen

Sollten Lohnungleichheiten bestätigt werden können, sind die Arbeitgebenden nicht verpflichtet, etwas zu unternehmen.
Doch durch die Offenlegung der Lohnungleichheitsresultate entsteht Druck auf die Arbeitgebenden, die Lohngleichheit umzusetzen.

Wie sollen Mitarbeitende vorgehen?

Mitarbeitende müssen sich in einem ersten Schritt an die Arbeitgeberin wenden, und können zweitens Beratung bei einer Fachstelle für Gleichstellung suchen oder sich an die Kantonale Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz wenden. In einem weiteren Schritt müsste die Mitarbeitende den gleichen Lohn vor dem Arbeitsgericht einklagen, dies ist rückwirkend für fünf Jahre möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Unsere Beratungsleistungen

Wir beraten Arbeitgebenden, Mitarbeitenden und Einwohner*innen des Kantons Zürich gemäss Gleichstellungsgesetz mit dem Schwerpunkt Diskriminierungsschutz. Darunter fallen auch Beratungen zur Lohngleichheit und zu Lohnanalysen. 

Wir sind auch Ansprechspersonen für Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung sowie der Gemeinden.

Wie sieht es im Kanton Zürich aus?

Wie stark ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern im Kanton Zürich? Die letzte Lohnstudie fasst die wichtigsten Befunde zusammen.

Der Kanton Zürich als Arbeitgeber zertifiziert

Der Kanton Zürich hat sich 2018 als Arbeitgeber auf die Lohngleichheit seiner Angestellten überprüfen lassen. Die unerklärbare Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern betrug 1.7% und liegt damit unter der Toleranzschwelle, die vom Analyse-Tool Logib vorgegeben ist. In der Entwicklung der Lohndifferenz von 2002 bis 2017, welche vom Statistischen Amt vorgenommen wurde, konnte eine Reduktion von 11% auf 6% des beunreinigten Lohnunterschieds festgestellt werden.