Lohngleichheit

In der Schweiz haben alle Frauen und Männer ein Recht auf gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit. So steht es in der schweizerischen Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz. Damit aus dem Rechtsanpruch Wirklichkeit wird, braucht es alle.

Viele Firmen setzen sich für Lohngleichheit ein, zahlen ihren Angestellten – Frauen und Männern – faire Löhne, nahmen am Lohngleichheitsdialog teil oder lassen sich zertifizieren.

Dennoch: Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in der Schweiz nach wie vor beträchtlich. Dies wirkt sich jeden Monat am Zahltag aus – und auch auf die Altersvorsorge. Bis zur Pensionierung kann ein Lohnunterschied bis zu einer halben Million Franken entstehen.  

Diskriminierungsverbot gemäss Gleichstellungsgesetz

Seit dem 1. Juli 1996 ist das Gleichstellungsgesetz in Kraft. Damit verbesserten sich die rechtlichen Möglichkeiten, um die Lohndiskriminierung wirksam zu bekämpfen.

Wenn Frauen und Männer innerhalb desselben Unternehmens bei gleicher Qualifikation und Erfahrung für gleiche oder gleichwertige Arbeit unterschiedlich entlöhnt werden, liegt eine Lohndiskriminierung im Sinne des Gleichstellungsgesetzes vor.

Lohnunterschiede

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern haben unterschiedliche Ursachen.

  • Erklärbare Lohnunterschiede sind durch objektive Merkmale wie Alter, Bildung, beruflicher Erfahrung usw. gekennzeichnet. 
  • Nicht erklärbare Lohnunterschiede bezeichnen den Anteil, der nur durch das Geschlecht zu erklären ist und sind diskriminierend.  

Umsetzung der Lohngleichheit

Dass Bundesrätin Simonetta Sommaruga am 22. Oktober 2014 den Entscheid des Bundesrates ankündigte, neue Massnahmen zur besseren Durchsetzung der Lohngleichheit von Frau und Mann einzuführen, gab dem langjährigen Anliegen neue Brisanz und Aktualität. Ende 2018 einigten sich National- und Ständerat auf verbindliche Lohnanalysen für Unternehmen mit 100 Mitarbeitenden und mehr. Damit sind 0.9% aller schweizer Unternehmen und 45% der Arbeitnehmenden betroffen. Die Lohnanalysen sind alle vier Jahre durchzuführen und sind als Massnahme aber zunächst auf zwölf Jahre befristet.

Mit den verbindlichen Lohnanalysen wird die seit 1981 in der Bundesverfassung verankerte Lohngleichheit umgesetzt und dem noch immer bestehenden unerklärbaren Lohnunterschied von 7.4% entgegengewirkt.

Wie sieht es im Kanton Zürich aus?

Wie stark ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern im Kanton Zürich? Die letzte Lohnstudie fasst die wichtigsten Befunde zusammen.

Der Kanton Zürich als Arbeitgeber zertifiziert

Der Kanton Zürich hat sich 2018 als Arbeitgeber auf die Lohngleichheit seiner Angestellten überprüfen lassen. Die unerklärbare Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern betrug 1.7% und liegt damit unter der Toleranzschwelle, die vom Analyse-Tool Logib vorgegeben ist. In der Entwicklung der Lohndifferenz von 2002 bis 2017, welche vom Statistischen Amt vorgenommen wurde, konnte eine Reduktion von 11% auf 6% des beunreinigten Lohnunterschieds festgestellt werden.